Die Geburt wird durch die Wehen eingeleitet. Bei Frauen, die zum ersten Mal gebären, dauern die
rhythmischen Kontraktionen der Gebärmutter durchschnittlich etwa zwölf Stunden an. Bei Frauen, die bereits Kinder auf die Welt gebracht haben, treten sie meist über einen sehr viel kürzeren Zeitraum hinweg auf.

Kurz vor dem Beginn der Wehen, maximal einen Tag vor der Geburt, platzt bei den meisten Frauen die Fruchtblase. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte die Gebärende ärztlich versorgt und überwacht werden.

Manchmal zeigt das Fruchtwasser eine leicht grüniche Färbung. Diese entsteht durch das sogenannte „Kindspech“, in der Fachsprache als „Mekonium“ bezeichnet.
Wie der umgangssprachliche Begriff andeutet, handelt es sich um kein gutes Zeichen. Sauerstoffmangel oder eine Steißlage des Fetus sind die möglichen Gründe, warum die Kinder ihren ersten Stuhlgang im Leib der Mutter tätigen.

Zu Beginn der Wehen sollte die werdende Mutter diese noch nicht durch Pressen unterstützen, um ihre Energiereserven zu schonen. Zudem besteht die Gefahr, dass der Muttermund durch zu frühes Pressen reißt.

Erst n der späteren Phase der Geburt unterstützt die werdende Mutter den Vorgang der Geburt, indem sie bei den Wehen mitpresst. Durch das Pressen dehnt sich der Geburtskanal, so dass das Kind auf die Welt gebracht werden kann.
Obwohl das Pressen oft mit starken Schmerzen verbunden ist, benötigen nur wenige Frauen Schmerzmittel.

In den meisten Fällen reicht die psychische Unterstützung durch anwesende Angehörige und das Ärzteteam aus, um die Schmerzen erträglich zu machen. Zudem können spezielle Atemtechniken die Schmerzen lindern. In der Austreibungsphase können auf Wunsch der Frau lokale Anästhesien angewandt werden.

Erscheint der Kopf des Kindes, werden Stirn und Kinn vorsichtig aus der Scheidenöffnung gehoben. Sobald der Kopf und die Schultern des Kindes erschienen sind, folgt der restliche Körper meist schnell und komplikationslos. Die Plazenta folgt meist unmittelbar nach Beginn der Nachwehen.

Zwischen dem Zeitpunkt der Geburt und der Zeugung des Kindes liegen durchschnittlich 266 Tage.
Nur fünf bis acht Prozent aller Kinder sind Frühgeborene, das heißt, die Kinder werden vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren und wiegen weniger als 2,5 Kilogramm. Kinder, die zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, gelten als Spätgeborene. Ein normaler Säugling ist beim Zeitpunkt seiner Geburt drei bis 3,5 Kilogramm schwer und zwischen 51 und 54 Zentimetern groß.


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