In den ersten Monaten nach ihrer Geburt lernen Babys mit faszinierender Geschwindigkeit. In der Zeit von der dritten bis zur elften Lebenswoche verdoppelt sich die synaptische Dichte im Gehirn, danach fällt die Wachstumsgeschwindigkeit ab. Aus diesem Grund spricht man auch von einer „Rise and fall pattern“.

Im Alter von etwa zwei Monaten entstehen weitere kortikale und subkortikale Gehirnverbindungen.
Bereits unmittelbar nach der Geburt zeigt das Kind sieben charakteristische Neugeborenen-Reflexe. Zu diesen zählt zum Beispiel der Palmar- beziehungsweise Greifreflex.

Neben den Reflexen sind auch basale Emotionen angeboren. Neugeborene, denen man etwas süß Schmeckendes auf die Lippen streicht, beginnen zu lächeln, während der Geschmack von etwas Bitterem einen Gesichtsausdruck des Ekels hervorruft.
In den nächsten Lebensmonaten differenziert sich dieser emotionale Ausdruck. Soziale Erfahrungen spiegeln sich zusehends in den Gefühlsäußerungen wider. Ab dem zweiten Lebensmonat beginnen Kinder zum Beispiel, soziales Lächeln zu zeigen, sobald eine Bezugsperson sie ermuntert.

Ab diesem Alter sind Säuglinge auch fähig, Objekte in ihrer Umgebung vollständig visuell zu diskriminieren. Neugeborene erkennen ihre Bezugspersonen hingegen nur schemenhaft.
Das Farbsehen ist bei ihnen zudem noch nicht entwickelt. Ihr Seherfahrungsraum ist noch auf das Wesentliche reduziert. Dennoch zeigen Neugeborene schon unmittelbar nach der Geburt Augenfolgebewegungen.
Gesichter rufen bei ihnen ein besonders großes Interesse hervor. Eine Präferenz für Muster mit deutlichen Konturen scheint ebenfalls angeboren zu sein.

Auch das Hörvermögen ist zum Zeitpunkt der Geburt bereits bis zu einem bestimmten Grad entwickelt. Geräusche, die das Ungeborene während der Gestationszeit wahrgenommen hat, wie etwa die Stimme der Mutter, hat es kognitiv verarbeitet.
Deswegen kann es ihre Stimme direkt nach der Geburt wiedererkennen. Untersuchungen konnten belegen, dass Neugeborene eine Präferenz für die menschliche Stimmlage gegenüber anderen Geräuschen aufweisen und direkt nach dem Erblicken des Lichtes der Welt die Muttersprache von anderen Sprachen unterscheiden können.

Im Gegensatz zu den Sinnesleistungen sind die motorischen Fähigkeiten von Neugeborenen nicht sehr weit entwickelt. Erst im Alter von zwei Monaten sind Neugeborene motorisch in der Lage, ihren Kopf selbstständig hoch zu halten oder mit einer Hand die andere zu betasten.

Im Alter von vier Monaten können Kinder mit beiden Händen Objekte greifen. Das einhändige palmare Greifen lässt sich erstmals beobachten, wenn das Neugeborene zwischen sechs und neun Monaten alt ist.

Im Alter von einem Jahr kann das Kind in der Regel frei laufen und den sogenannten „Pinzettengriff“ anwenden. Es kann „Mama“ und „Papa“ sagen und selbstständig aus einer Tasse trinken


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