Tiefe Traurigkeit bestimmt das Dasein - Wer unter Depressionen leidet, ist nicht in der Lage, seinem normalen Leben nachzugehen. Die Niedergeschlagenheit nimmt jeden Handlungsantrieb.

Laut „DSM IV“ („Diagnostic and statistical manual of mental disorders“), dem offiziellen Klassifikationssystem für psychische Erkrankungen, liegt eine Depression vor, wenn die Niedergeschlagenheit über mehrere Wochen hinweg ohne Unterbrechung bestehen bleibt und das normale Leben entscheidend einschränkt.

Eine depressive Phase dauert im Durchschnitt etwa sechs bis neun Monate, kann sich aber auch über viele Jahre erstrecken. Typischerweise erleben zu Depressionen neigende Menschen mehrere Episoden im Verlauf ihres Lebens. Im schlimmsten Fall kann sich eine depressive Phase so weit steigern, dass die Betroffenen die Fähigkeit des Fühlens für diese Zeit völlig verlieren. Während der Depression erscheint alles trist und unwichtig. Die Welt wirkt freud- und farblos, nichts bietet einen Anreiz, aktiv zu werden.

Die innere Hemmung führt dazu, dass die Betroffenen den Eindruck erhalten, die Zeit stünde still. Minuten scheinen sich zu Stunden zu dehnen, gleichzeitig scheint es keine Zukunft zu geben. Denn das Kommende scheint keinen Grund der Hoffnung zu bieten und wirkt angstauslösend. Weil das zukünftige Handeln aus dem Bewusstsein geblendet wird, erscheinen den Erkrankten ihre aktuellen Empfindungen übermächtig und endlos.

In diesem Zug verlangsamt sich oft das Sprechen und Denken der Betroffenen und das Desinteresse am Leben paart sich mit Selbstzweifeln und Schuldvorwürfen. Häufig sind die Symptome morgens am stärksten ausgeprägt. Das „Morgentief“ tritt bei ca. einem Drittel der depressiven Personen auf.


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