Neben der Konzentration von Hormonen und Neurotransmittern könnte auch eine Fehlfunktion in der Übermittlung der Transmitter zwischen den Neuronen depressionsauslösend wirken.

Neuere Forschungen belegen, dass auch Störungen in der Empfindlichkeit an der Prä- und der Postsynapse im noradrenergen System affektive Störungen verursachen können. Diese Annahme wird auch als „Rezeptor-Sensitivitäts-Hypothese“ bezeichnet.

Vielfältige Störungen im synaptischen Bereich sind denkbar. Im präsynaptischen Bereich können zum Beispiel die Synthese des Neurotransmitters, die Speicherung und Entleerung der Vesikel oder deren Wiederaufnahme (Reuptake) sowie die Metabolisierung fehlerhaft erfolgen und die Weitergabe von Informationen beeinträchtigen. Im
postsynaptischen Bereich kann die Rezeptorbindungsfähigkeit (Affinität), die Rezeptorregulation oder die Protein-Phosphorylation gestört sein. Zudem kann die Kalziumausschüttung defizitär erfolgen.
Sämtliche Funktionsstörungen könnten eine Rolle beim Entstehen einer Depression spielen. Genauere Forschungsergebnisse liegen noch nicht vor.


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