Die Diagnose einer Depression erfolgt meist unter Zuhilfenahme mehrerer diagnostischer Verfahren.

Neben Interviews und Verhaltensbeobachtung werden auch Fragebögen eingesetzt, um den Grad der Depression zu erfassen. Zudem stehen verschiedene biologische Untersuchungsmethoden zur Verfügung.

Aufgrund der charakteristischen Symptomatik sind schwerere Formen der Depression meist kaum zu verkennen. Die Schilderungen der Gefühlswelt durch den Erkrankten in Verbindung mit seinem Erscheinungsbild geben in der Regel schnell Aufschluss über die Art des affektiven Leidens.

Schwieriger gestaltet sich die Diagnose bei weniger ausgeprägter Symptomatik. In diesem Fall kann die bisherige Krankheitsgeschichte Aufschluss geben. Sind bereits depressive Episoden aufgetreten, ist die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens erhöht. Gleiches gilt bei bestehenden Depressionen im Verwandtenkreis. Da eine genetische Prädisposition für Depressionen zu bestehen scheint, würde im Zweifelsfall auch das Vorliegen affektiver Störungen in der Familie für eine Depression sprechen.

Unterstützend können zur Diagnose Fragebogenverfahren eingesetzt werden. Das meistverwendete ist das sogenannte Beck-Depressions-Inventar (BDI). Der nur 13 Items umfassende Selbstbeurteilungsfragebogen kann auch vom Hausarzt eingesetzt werden.

Exemplarisch sind hier einige Items aufgeführt: „Ich muss mich zu jeder Tätigkeit zwingen“, „Ich denke manchmal an Selbstmord, würde es aber nicht tun“, „Ich interessiere mich jetzt weniger für Sex als früher“.
Die Antworten können die Patienten auf einer Vier-Punkte-Skala abgeben.

Der Einsatz des BDI ist jedoch nur begrenzt sinnvoll. Verdeckte Depressionen können anhand der offensichtlich formulierten Fragen allerdings kaum festgestellt werden.


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