Der Sammelbegriff „Parasomnie“ bezeichnet Schlafstörungen, die sich durch in bestimmten Schlafstadien auftretende körperliche Aktivität kennzeichnen lassen. Zu ihnen gehören das Schlafwandeln und das nächtliche Hochschrecken, sowie das Restless legs-Syndrom. Auch Alpträume zählen zu diesem Gebiet.

Generell unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Gruppen der Parasomnien: den Aufwachstörungen, zu denen Schlaftrunkenheit, Sonambulismus und Pavor nocturnus zählen, den Schlaf-Wach-Übergangsstörungen, wie Sprechen oder rhythmische Kopfbewegungen während des Schlafens und den REM-Schlaf-gebundenen Parasomnien. Zu diesen Gebiet zählen unter anderem Schlaflähmungen.

Des weiteren existieren weitere Formen der Parasomnie, die sich keiner der oben genannten Formen eindeutig zuordnen lassen, wie Bruxismus und primäres Schnarchen. Sie werden in einer eigenen Kategorie zusammengefasst. Den verschiedenen Formen ist gemein, dass sie durch eine Aktivierung des ZNS während des Schlafens ausgelöst werden. Es liegt also eine Störung des Arousal-Mechanismus vor.

Die körperliche Aktivität, die im Rahmen einer Parasomnie gezeigt wird, stellt eine Störung des normalen Schlafes dar, auch wenn Bewegungen zum normalen Schlafen dazugehören: Häufig wechseln wir die Köperposition und entlasten und entspannen dadurch neue Körperpartien. Bei etwa 70 Prozent aller Menschen treten zudem Zuckungen zu Beginn des Schlafens auf. Auch sie sind nicht außergewöhnlich und haben mit der Parasomnie nichts gemein.

Die genaue Ursache des Schlafwandelns und des nächtlichen Hochschreckens ist noch nicht geklärt. Einige Experten gehen aber von einer funktionellen Desynchronisation von Hirn- und Körperschlaf aus. Während des Schlafens sind subkortikale sensorische und motorische Kerne auf Mittel- und Zwischenhirnniveau relativ „wach“ und gehen mit einer Endhirnsynchronisation einher.


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