Medikamentöse Therapien bei Grippe und Erkältung

Die schlechte Nachricht zuerst:
Gegen die Viren beider Erkrankungen gibt es kein Medikament. Denn Grippe wie Erkältung werden durch Viren verursacht. Und gegen diese Spezies existiert bis heute kein probates Mittel.
Der Grund: Viren besitzen im Gegensatz zu Bakterien keinen eigenen Stoffwechsel. Deshalb streiten sich Naturwissenschaftler auch bis heute, ob es sich bei einem Virus um ein Lebewesen im klassischen Sinne handelt. Denn ein eigener Stoffwechsel ist ein entscheidendes Kriterium für die biologische Definition von Leben.

Aber genau an diesem Punkt setzen Antibiotika an. Sie greifen in den Stoffwechsel eines Bakteriums ein und verhindern seine Vermehrung. Das ist bei einem Virus nicht möglich und deshalb kann die Behandlung nur symptomatisch erfolgen.

Seit einigen Jahren werden zur Behandlung der Grippe zwar Neuramidase-Hemmer oder Amantadin eingesetzt, aber auch sie können die Vermehrung der Grippeviren nur aufhalten. Auch müssen sie direkt bei Auftreten der ersten Symptome genommen werden. Sie verhindern auch nicht den Ausbruch der Krankheit, sondern vermindern lediglich Symptome und Dauer der Erkrankung.
Entsprechend erfolgt die Behandlung von viralen Infekten symptomatisch.
Antibiotika werden nur in dem Fall eingesetzt, dass sich bakterielle Infekte aufpfropfen. Das äußert sich durch eitrigen Schnupfen oder eitriges Hustensekret.
Außerdem gilt: Sollten die Symptome sich durch die (Selbst-) Behandlung nicht zügig bessern, ist ein Arztbesuch angeraten. Denn eine Grippe kann sich zu einem lebensbedrohlichen Zustand entwickeln.

Diese medikamentösen Behandlungen empfehlen sich bei Erkältung und Grippe

Husten:
Hier kann durch Medikamente zum einen der Schleim verflüssigt werden. Dadurch kann das Sekret besser abgehustet werden und die Lunge wird gereinigt. Diese Medikamente sollten morgens oder mittags genommen werden, denn sonst ist die Nachtruhe durch einen ständigen Hustenreiz behindert.

Bei trockenem Reizhusten können Hustenblocker genommen werden. Allerdings sollten sie nicht ständig eingesetzt werden, denn die Reinigung der Lunge ist im Fall einer Infektion sehr wichtig. Nach Möglichkeit nimmt man diese Stoffe lediglich vor dem Schlafengehen, damit der Schlaf erholsam wird.
Überhaupt keinen Sinn macht es, beide Präparate gleichzeitig einzunehmen, das ist kontraproduktiv!

Schnupfen:
Auch hier helfen die Mittel, die den Schleim verflüssigen. Genauso wie Nasentropfen, die die Schleimhäute abschwellen lassen. Sie sollten aber auch nicht ständig genommen werden, denn sie trocknen die Schleimhäute aus. Empfindliche Menschen leiden deshalb teilweise unter starkem Nasenbluten. Auch hier gilt: Am Besten nur vor dem Schlafengehen nehmen, denn der Schlaf ist im Krankheitsfall heilig!
Tagsüber können statt der chemischen Nasentropfen, die im Übrigen meist Adrenalin-ähnliche Substanzen enthalten, reine Kochsalztropfen genommen werden. Sie lassen die Schleimhäute zwar nicht abschwellen, spülen aber die verstopften Nasenausgänge.

Fieber:
Eine Fiebersenkung ist bei normaler Konstitution erst ab 39 Grad nötig. Denn grundsätzlich ist Fieber eine physiologische Abwehrreaktion des Körpers.

Medikamentös rückt man dem Fieber am Besten mit Paracetamol oder Aspirin zu Leibe. Dies auch gerne mit Präparaten, die zusätzlich Vitamin C enthalten.
Bei Fieber mit starken Schmerzen hilft am Besten Ibuprofen. Dieser Wirkstoff besitzt neben der Fieber senkenden auch anti-entzündliche Wirkung. Das ist besonders bei Infektionen wie Halsentzündung und -schmerz recht hilfreich.
Und wer nicht so gerne viele Flaschen zu Hause herumstehen hat, der sollte den Apotheker nach Kombi-Präparaten fragen. Die gibt es nämlich auch.

Immunabwehr unterstützen:
Das ist zu Beginn des Herbstes und bei immer wieder kehrenden Infektionen sinnvoll. Aktuelle Studien zeigen, dass zum Beispiel Sonnenhut (Echinacea) das Immunsystem stimuliert.
Auch Vitamin C gibt mehr Kraft gegen die einzelligen Krankheitserreger. Allerdings ist seine Wirkungsweise bis heute nicht geklärt. Der Beweis wurde bisher nur im Umkehrschluss geführt: Bewiesen ist, dass ein Mangel an Vitamin C den Organismus anfälliger macht für Infektionen.
Und schaden kann es sowieso nicht: Ein Zuviel an dem Vitamin C wird problemlos mit dem Urin ausgeschieden.


zurück