Arthrose – eine Volkskrankheit nicht nur des hohen Alters

Die Gelenke des Menschen müssen viel aushalten. Bei der Arbeit oder in der Freizeit, immer sind sie in Bewegung und werden dabei belastet. Werden die Gelenke fehlbelastet, d. h. nicht in der Art und Weise wie die Natur es vorgesehen hat, oder kommt es nach Verletzungen zu Knorpelschäden so ist meist eine Arthrose die Folge. Die Arthrose ist gekennzeichnet durch einen Verschleiß des Gelenknorpels mit anschließendem Umbau des anliegenden Knochens. Im Endstadium de Arthrose kommt es zur Zerstörung der Gelenkfläche. Starke Schmerzen und die Versteifung des Gelenks sind die Folge. Die Arthrose gehört zu der Gruppe der sogenannten degenerativen Gelenkerkrankungen.

Die Wahrscheinlichkeit eine Arthrose zu entwickeln steigt mit zunehmendem Alter. So haben nur ungefähr 5% aller 20-jährigen eine Arthrose, wohingegen ca. 75% aller 70-jährigen Menschen von einer Arthrose betroffen sind. Der Anteil unter den Betroffenen ist bei den Frauen größer als bei den Männern.

Die Arthrose macht sich durch Steifigkeit der Gelenke und Schmerzen bemerkbar. Belastungen sowie kalte und feuchte Witterung verstärken den Schmerz. Ein typisches Charakteristikum der Arthrose ist der sogenannte Anlaufschmerz. Ist das Gelenk längere Zeit nicht belastet worden, so treten Schmerzen typischerweise bei den ersten Bewegungen des Gelenkes auf und bessern sich dann nach einigen Metern. Ist das Gelenk dann einmal eingelaufen, so verschwindet der Schmerz dann.

Bestimmte Gelenke am menschlichen Körper sind besonders von Arthrosen betroffen. Dieses sind zum einen die großen Gelenke der Hüfte und des Knies, sowie einiger kleiner Gelenke der Finger und der Wirbelsäule. Einige Formen der Fingergelenkarthrose kommen familiär gehäuft vor, was als Zeichen einer erblichen Belastung zu deuten ist.

Neben der klinischen Symptomatik, die sich durch Versteifung und Schmerzen äußert, können Arthrosen mit Radiologischen Verfahren gut nachgewiesen werden. Die Röntgenuntersuchung ist die wichtigste diagnostische Maßnahme um die Verdachtsdiagnose Arthrose zu bestätigen.

Eine Therapie, welche die Ursache der Arthrose beheben könnte gibt es zur zeit noch nicht. Die Anwendung verschiedener Maßnahmen kann jedoch eine deutliche Besserung der Beschwerden bringen. Hierzu zählen:

• Die physikalische Therapie und Krankengymnastik, welche gut symptomatisch wirksam sind
• Orthopädietechnische Maßnahmen wie z.B. Pufferabsätze, Handstock oder Schuhaußen- bzw. Innenranderhöhungen
• Gelenkinjektionen mit Spülung des Gelenks und Einspritzen von Cortisonpräparaten in entzündlichen Phasen oder die Gabe von Lokalanästhetika als Schmerztherapie zeigen ebenfalls kurzfristig gute Erfolge
• Die Gabe von Hyaluronsäure in das Kniegelenk welches als "Gelenkschmiere" wirkt und einigen Patienten gewisse Zeit Erleichterung bringt
• Die Gabe von Schmerzmitteln. Am günstigsten sind die jetzt neu zugelassenen sog. COX-2-selektiven NSAR wie z.B. Rofecoxib = Vioxxâ, welche den Magen nicht mehr so stark belasten

Die entgültige Therapie, vor allem der Arthrose der großen Gelenke, bietet nur der künstlich Hüftersatz. Dieses künstliche Gelenk bezeichnet man als Totalendoprothese (TEP). Diese künstlichen Gelenke haben nur eine beschränkte Lebensdauer uns müssen in der Regel alle 15 Jahre gewechselt werden, weshalb man zuerst versucht die Arthrose mit oben genannten nicht-operativen Maßnahmen zu therapieren.


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