Angesichts von BSE und Creutzfeld-Jakob vergeht zur Zeit vielen die Lust auf ein saftiges Steak. Die Angst vor einer Infektion mit einer bisher kaum erforschten, mysteriösen Krankheit, hat längst in deutsche Küchen Einzug gehalten - Das angenehme Abendessen wird zur kulinarischen Qual, der Marsch zum Metzger ein Marathon der Ungewissheit. Schnell ist da der Entschluss gefasst, fleischlichen Gelüsten zu entsagen.

’Ich werde Vegetarier’ lautet der Vorsatz. Doch neben dem Verzicht auf den Genuss sind viele verunsichert, ob eine fleischlose Ernährung überhaupt gesund ist.
Eines ist klar: der Mensch ist Fleisch- und Pflanzenfresser - Aus evolutionärer Sicht stellt eine Ernährung mit Fleisch -und Pflanzenkost das Optimum dar.
Trotzdem ist eine vegetarische Lebensweise deswegen nicht prinzipiell ungesund. Zahlreiche Ärzte warnen heute sogar vor der Angewohnheit des übermäßigen Fleischgenusses. Wer auf Fleisch verzichten will, kann dies ohne Bedenken tun: Gemüse, Obst und Vollkornprodukte enthalten alle essentiellen Nährstoffe. Eisen kann durch Spinat oder Kohlsorten aufgenommen werden, wertvolle Kohlenhydrate verbergen sich in Müsli- oder Körnerprodukten.

Allerdings sollte im Falle des Fleischverzichtes auf Ausgewogenheit geachtet werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Besonders heikel ist dies im Fall einer veganen Ernährung. Der kategorische Verzicht auf sämtliche Tierprodukte ist für Kinder und ältere Menschen nicht zu empfehlen - Zu groß ist die Gefahr, dass das zu gesundheitlichen Schäden führt.

Wer jedoch bloß auf Rindfleisch verzichten möchte, sollte bedenkenlos beginnen, öfter mal Fisch zu essen oder Geflügel zu wählen. Weniger Fleisch zu essen, ist prinzipiell gesünder. Jeden Tag eine fettige Schweinshaxe fördert einen überhöhten Cholesterinspiegel und verursacht schnell Übergewicht - ist damit sicherlich nicht gesünder, als die vegane Lebensweise.
Ein Extrem anzustreben, ist in beiden Fällen das Falsche. Mehr Obst und Gemüse schadet nicht, sondern fördert in Regel das Wohlbefinden.

Und wer nur wegen der BSE-Gefahr aus Rind verzichten möchte, dem sei gesagt, dass sich mögliche Erreger auch in gelantinehaltigem Weingummi und Frischkäse verbergen. Das spricht allerdings in keiner Weise dagegen, trotzdem auf seine Ernährung zu achten und statt zum Rinderbraten öfter mal zu Blumenkohl oder Banane zu greifen.


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