Milzbrand, Pest und Pocken die Diskussion um biologische Kampfstoffe ist seit dem 11. September 2001 leider, leider wieder in der Diskussion. Aktuell ist die Beschaffung von Impfstoff gegen Pocken in der Diskussion. Das Robert-Koch-Institut klärt ausführlich über die die Krankheit und ihr Schutzmöglichkeiten auf.

Was sind Pocken?
Pocken sind Viren, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Deshalb beschränken sie sich auch meist zunächst auf den Hausstand einer Familie. Denn wenn der Erkrankte infektiös wird, liegt er meist schon geschwächt im Bett und deshalb ist der Ausbreitungskreis umständehalber eher eng.
Bemerkbar macht sich eine Pockeninfektion im Anfangsstadium durch hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Später kommen charakteristische Hautausschläge an Armen, Beinen und Gesicht hinzu. Die aufgetretenen Flecken füllen sich im Verlauf mit einer klaren Flüssigkeit, später Eiter, heilen dann ab und bilden eine Kruste. Die Inkubationszeit beträgt etwa sieben bis 19 Tage, die Infektionsgefahr ist in der ersten Woche nach Krankheitsbeginn am höchsten und nimmt dann wieder langsam ab.

Eigentlich ausgerottet
Grundsätzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pocken 1979 als ausgerottet erklärt. Der letzte natürlich aufgetretene Fall war 1977 in Somalia und dann gab es noch ein Jahr später einen Laborunfall, bei dem ein Mensch starb. Auch im Dezember 1979 wurde ein Staatsabkommen über die Abrüstung biologischer Waffen geschlossen und die biologischen Waffen wurden zerstört. Nur zwei Proben lagern noch in den Labors  eine in den USA und eine in der ehemaligen Sowjetunion.
Dennoch lässt sich nicht mit Sicherheit ausschließen, dass auch andere, sozusagen nicht authorisierte Labore, Proben besitzen und sie für Kriegszwecke einsetzen. Auch wenn es aktuell keine konkreten Hinweise für einen Angriff mit biologischen Waffen gibt.

Der Impfstoff
Er ist die Substanz, mit der es in den 70er Jahren gelang, die Pocken auszurotten. Seit die Pocken für nicht mehr existent erklärt wurden, sind auch die vorbeugenden Impfungen abgeschafft. Nicht zuletzt, weil der Impfstoff oft heftige Nebenwirkungen hat. Die Immunisierung kann effektiv innerhalb der ersten vier Tage nach Infektion eingesetzt werden.
Zurzeit sind 50 Millionen Impfdosen in Deutschland vorhanden und die Bundesregierung plant, die Anzahl auf 100 Millionen zu erhöhen, so dass jeder Bundesbürger geschützt werden könnte. Diese Anschaffung ist allerdings eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Eine prophylaktische Impfung ist derzeit nicht möglich und auch nicht empfehlenswert. Das, weil die Komplikationsrate der Immunisierung zu hoch ist dafür, dass keine konkrete Gefahr besteht (die Impfung löst in seltenen Fällen eine schwere Gehirnhautentzündung hervor). Außerdem ist die Impfung zurzeit nicht von den staatlichen Behörden zugelassen und deshalb nicht frei erhältlich (sie existiert ja eigentlich nicht mehr).
Unklar ist, ob Menschen, die in den 70er Jahren noch die Pockenimpfung erhielten, immun sind. Wahrscheinlich ist, dass bei ihnen eine Infektion milder verlaufen würde als bei nicht immunisierten Menschen, denn häufig haben sie noch eine kleine Anzahl von Antikörpern im Blut. Dennoch sollten sie sich im Ernstfall erneut impfen lassen.

Behandlung der Erkrankung
Wenn man sich Gedanken über die Behandlung der Krankheit macht, sind diese Überlegungen rein theoretischer Natur. Denn erprobt werden konnten (und mussten) sie glücklicherweise  bis dato nicht, Arbeiten im Labor sind seit der Ausrottung verboten. Aber neue, anti-virale Medikamente, die auch bei der Behandlung anderer Viruserkrankungen gute Erfolge haben, dürften auch bei den Pocken gut wirken.


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