Fangen wir direkt am Anfang an:

Mund: Alles beginnt mit den Zähnen. Sie zerkleinern und zerlegen die Nahrung quasi in mundgerechte Happen. Dabei ist das, was Mütter ihren Kindern immer gerne sagen: „Schling nicht so und kau´ gründlich“ unbedingt wichtig. Mindestens 30 Mal sollte man ein Mundvoll kauen, denn das führt nicht nur zur optimalen Zerkleinerung der Nahrung, sondern fördert auch den Speichelfluss. Dieser wiederum verflüssigt das Essen und setzt Enzyme frei, die die Nahrung in einem ersten Schritt andauen.

Speiseröhre: Sie ist ein elastischer, muskulöser Schlauch und stellt die Verbindung mit dem Magen her. Ausgestattet ist sie im Innern mit einer dicken Schleimschicht, die die Nahrung im Normalfall gut gleiten lässt und zwar in den

Magen: Dieser liegt auf der linken Seite im Oberbauch, irgendwo zwischen Leber und Milz (Na, welcher Spruch fällt einem da zwangsläufig ein? Der Volksmund leitet auch aus der menschlichen Anatomie seine Weisheiten ab!) Der Magen ist ebenfalls ein großer Muskel, der von innen mit einer stabilen Schleimhaut ausgestattet ist. Die braucht er, um sich vor dem von ihm eigens produzierten, aber aggressiven Magensaft zu schützen.

Der Magen macht nun zweierlei. Zum Einen durchmischt er die Nahrung durch gleichmäßiges Zusammenziehen seiner Muskelfasern und zum Anderen sondert er Enzyme und andere Produkte ab, die die Verdauung quasi chemisch einleiten. In nüchternem Zustand werden etwa 15 ml Magensaft pro Stunde produziert.

Ein wichtiger Bestandteil des Magensafts sind die Pepsine. Sie bilden Enzyme (unter dem Einfluss der Salzsäure) und spalten Eiweiße. Die Salzsäure aktiviert eben genau diese Pepsine, bringt darüber hinaus aber auch noch Kollagene zum Quellen und tötet vor allem mit der Nahrung in den Organismus gelangte Bakterien ab. Auch bildet der Magen den Intrinsic Faktor. Dieser ist notwendig für die Reifung der roten Blutkörperchen. Bei Fehlen dieses Stoffes kann es zu Blutarmut kommen. Ist der Magen dann fertig mit seiner Arbeit, gibt er die vorbereitete Nahrung portionsweise in den Dünndarm ab. Und zwar zunächst in den Zwölffingerdarm. Hier hinein laufen auch die Sekrete der Leber (die Galle) und die Säfte der Bauchspeicheldrüse. Sie neutralisieren unter anderem den aggressiven Magensaft. Die Galle zerteilt die Fette in kleinste Kügelchen, damit sie später im Darm gut von der Darmwand aufgenommen werden können. Auch die Galle hat anti-bakterielle Eigenschaften.

Der Bauchspeicheldrüsensaft enthält ebenso Fett spaltende Substanzen, die Lipase, ein Enzym. Sie wiederum wird durch die Gallensäuren aktiviert. Die Lipase zerkleinert die großen Fettmoleküle weiter, die Amylase verdaut Stärke zu kleineren Zuckern und auch die Eiweiße werden von den beiden auf eine für den Darm brauchbare Größe zerlegt.
Die Leber ist einer der Gründe dafür, warum man spät am Abend nicht mehr große Mengen essen sollte. Denn neben ihrer verdauenden Funktion hat die Leber noch viele andere Aufgabe. Sie entgiftet den Körper und hilft beim Zuckerstoffwechsel mit. Das macht sie vorzugsweise in der Nacht. Kommen jetzt Pommes mit Currywurst erst abends gegen zehn Uhr im Dünndarm an, hat sie größte Schwierigkeiten, alle Aufgaben auf einmal zu erledigen.

Im Dünndarm werden die so verdauten Nahrungsbestandteile dann Schritt für Schritt durch die Darmzotten, quasi eine Vergrößerung der gesamten Oberfläche im Darm, resorbiert und über Blut- und Lymphbahnen dorthin gebracht, wo sie weitere Verwendung finden. Der Dickdarm entzieht der bis dato recht breiigen Menge die vorher zugesetzten Flüssigkeiten und entzieht ihr zudem noch eine Menge darin gelöster Mineralien.


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