Schwere Beine, geschwollene Füße und Schmerzen sind typische Symptome für eine Venenschwäche. Bei einer genetisch veranlagten Bindegewebsschwäche erweitern sich die Venen. Schließen die Venenklappen in der Folge nur unzureichend, entstehen Krampfadern und diese können weitere medizinische Folgen haben.

Viele kennen die unschönen sackförmigen Erweiterungen an den Beinen., aber nicht alle Krampfadern sind sichtbar. Vor allem Frauen leiden unter leichteren Symptomen einer chronischen Venenerkrankung, auch Chronisch venöse Insuffizienz, kurz CVI, genannt . Neben der genetischen Veranlagung gibt es auch Risikofaktoren, zu denen unter anderem Übergewicht, Bewegungsmangel, aber auch langes und häufiges Stehen und das Bestehen einer Schwangerschaft zählen. „Venenerkrankungen bedürfen schon frühzeitig einer Behandlung, denn die ständige Stauung des Blutes kann im Laufe der Zeit zu einer Gewebeverhärtung führen. Dadurch wird das umliegende Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Je früher die Behandlung daher beginnt, desto besser“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer.

Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln

Zur Eigentherapie stehen verschiedene pflanzliche Arzneimittel zur Verfügung. Unterschieden wird zwischen rationalen Phytopharmaka, die klinische Studien durchlaufen haben, und den traditionell angewendeten Phytopharmaka, deren Anwendung allein auf jahrelanger Erfahrung basiert. Allerdings warnt die Expertin vor einer Selbstmedikation bei Schwangeren, Diabetikern und Patienten mit schwerwiegenden Grunderkrankungen. Auch wenn die Betroffene unter Hautveränderungen oder schlecht heilenden Wunden leidet, sollte lieber der Arzt aufgesucht werden.

„Pflanzliche Arzneimittel können besonders im Anfangsstadium der Erkrankung und begleitend zu einer Kompressionstherapie einen gewissen Erfolg bringen. Sie wirken allerdings nur bei regelmäßiger Einnahme in ausreichend hoher Dosierung und erst nach einem Zeitraum von einigen Wochen“, so Günther. Zu den Arzneimitteln, für die klinische Studien existieren, gehören die Extrakte aus Rosskastaniensamen und Roten Weinlaubblättern. Beide reduzieren bestehende Ödeme, verhindern, dass sich weitere bilden und wirken außerdem entzündungshemmend. Der Trockenextrakt des Roten Weinlaubblatts verbessert zudem die Sauerstoffversorgung im Beingewebe und verringert Schmerzen.

Besser vorbeugen
Wer nicht unter einer genetischen Veranlagung leidet und es gar nicht so weit kommen lassen möchte, kann mit ein paar Maßnahmen vorbeugen. „Alle präventiven Maßnahmen setzen sich zum Ziel, die Venenwände zu entlasten und die Muskelpumpe in den Beinen zu aktivieren, um einen ungehinderten Blutfluss zu ermöglichen“, erklärt Günther. Grundsätzlich ist ein gesunder Lebensstil das A und O, ohne Rauchen und Übergewicht sowie mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung. „Egal ob ein Spaziergang, das Nutzen der Treppe statt des Aufzugs oder Gartenarbeit, Bewegung lässt sich oft besser in den Tagesablauf einbauen, als man denkt“, so die Apothekerin. Außerdem rät sie, die Beine so oft wie möglich hochzulegen. (Barmer) 


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