Die Nase läuft, der Hals ist geschwollen, der Kopf ist schwer: Wer von einer Erkältung voll erwischt wird, liegt flach. Etwa jeder vierte Patient, der 2017 wegen einer Erkältung krankgeschrieben war, bekam vom Arzt ein Antibiotikum verschrieben (24,4 Prozent). Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Damit gehen die Antibiotika-Verordnungen bei Erkältungen weiter zurück.

Risiko für multiresistente Erreger steigt
„Die Zahlen zeigen einen Trend, der in die richtige Richtung geht. Das klare Ziel ist aber, unnötige Antibiotikaverschreibungen weiter zu senken", sagt Tim Steimle, approbierter Apotheker und Leiter des Fachbereichs Arzneimittel der TK. Denn: „Die große Mehrheit der Erkältungsinfekte mit Symptomen wie Schnupfen oder Husten werden durch Viren hervorgerufen. Antibiotika helfen aber nur gegen Bakterien - gegen Viren sind sie wirkungslos." Aufklärung ist bei dem Thema weiterhin wichtig, damit Antibiotika nur dann verschrieben werden, wenn sie medizinisch wirklich notwendig sind. „Antibiotika sollten nicht leichtfertig genommen werden. Wie jedes Medikament haben auch sie Nebenwirkungen ", erklärt Steimle. Außerdem steigt durch eine verstärkte Verordnung von Antibiotika die Gefahr, dass Bakterien resistent werden. „Richtig eingesetzt sind Antibiotika eines der wichtigsten Mittel im Kampf gegen bakterielle Infektionen. Die andere Seite der Medaille ist jedoch, dass sich multiresistente Erreger bilden, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken." (TK)


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